Exhibitions 2015

  • 29.11.2015—20.02.2016
    & OR & ODER & O

    Künstlerbücher, Vorzugsausgaben, Zeichnungen, Grafiken und Objekte

    Arbeiten folgender KünstlerINNEN werden gezeigt:

    RICHARD ARTSCHWAGER, GEORG BASELITZ,
    JOSEPH BEUYS, GEORGE BRECHT, JOHN BOCK,
    CLAUS BÖHMLER, CLAUS BRUNSMANN,
    WERNER BÜTTNER, JAKE & DINO CHAPMAN,
    WALTER DAHN, HANNE DARBOVEN, WALTER DE MARIA,
    FELIX DROESE, OLE HENRIK HAGEN, DIETRICH HELMS,
    CANDIDA HÖFER, OLAF HOLZAPFEL,
    LEIKO IKEMURA, JÖRG IMMENDORFF, BERND KOBERLING,
    KLAUS KUMROW, LÁZLÓ LAKNER, MAX H. MAHLMANN,
    JONATHAN MEESE, HERMANN NITSCH, A.R. PENCK,
    ARNULF RAINER, THOMAS RIECK, ACHIM RIETHMANN,
    ROLF ROSE, DIETER ROTH, JOHANNES STÜTTGEN,
    GAVIN TURK, FRANZ ERHARD WALTHER,
    NOBUKO WATABIKI, LAWRENCE WEINER

  • 16.10.2015—14.11.2015
    Bernadette Lahmer
    Traum des Gärtners

    Bernadette Lahmer 
fotografiert fragile Dinge wie Pflanzen, Blüten und Blätter, Tropfen, Schmetterlinge
oder tanzende Bambusblätter - Motive, die eine vermeintliche Leichtigkeit besitzen. 
Ihre Bilder sind von anmutiger Schönheit, visuell poetisch und irritierend zugleich.
    Die Ausstellung "Traum des Gärtners" in der Galerie Renate Kammer ermöglicht mit
 Arbeiten aus den Jahren 1999 bis 2015 einen umfassenden Einblick in den Bildkosmos 
der Bremer Künstlerin.


    Bernadette Lahmer beschreibt ihre Arbeitsweise selbst als ein „aufmerksames, selbstbewusstes
 Sehen, was ein tiefgreifendes Erfahren des Objekts als Phänomen ermöglicht.
 Es ist ein mit dem ganzen Körper sehen, ein sich mit dem Objekt in Gleichzeitigkeit 
spüren, einfinden und erfinden. Der im Sein verhaftete Blick erfasst den Gegenstand nicht 
nur oberflächlich tastend. Er wirkt sich auch, mit seiner ihm anhaftenden Individualität
 gestaltend auf das Objekt aus.
    “
Mit forschendem Blick sucht und findet die Künstlerin ihre Motive in der nahen Umgebung. 
Es sind keine außergewöhnlichen Gegenstände, die sie scheinbar so beiläufig in ihren
 Fotografien festhält, sondern vergängliche Momentaufnahmen, die nicht unbedingt die
 Realität abbilden. Durch Verformung, Verzerrung oder Hinzufügen erhalten die Bilder
 etwas Fremdes oder Verstörendes, das mal poetisch schön, mal merkwürdig, lustig bis
 surreal erscheint.

    "Wurden die Objekte in früheren Arbeiten meist sichtbar präpariert,
 fotografiert Bernadette Lahmer diese später überwiegend aus der Bewegung heraus. Sei 
es, dass sie die Kamera in das Objekt hineinschiebt, sei es, dass sie Pflanzen, wie den 
Bambus in der Hand dreht, oder tote Falter in die Luft wirft, so dass sie zu fliegen 
scheinen. Durchgängig ist, dass ein Motiv so im Augenblick einer Metamorphose in einer
 Art Zwischenreich festgehalten wird." So beschreibt Hanne Zech im Katalog, der 
begleitend zur Ausstellung erscheint, den schwerelosen Zustand der Bernadette Lahmers 
Fotografien umweht. Sie strahlen eine Übernatürlichkeit aus, die durch ein besonders 
strahlendes Licht sowie eine überhöhte Farbigkeit hervorgerufen wird. Das Wechselspiel 
aus Licht und Schatten lässt neue Formen und Farben entstehen. Die Ambivalenz von
 Nähe und Distanz, Schärfe und Unschärfe hebt einzelne Bildbereiche plastisch hervor und
 verleiht der Oberfläche eines Blattes oder der menschlichen Haut haptische Qualitäten. 
So entfaltet sich vor dem Auge des Betrachters ein geheimnisvoller Bildraum voller
 Andeutungen und Verschiebungen, in denen das Vertraute fremd und das Fremde
 scheinbar vertraut wird.

    Anlässlich der Ausstellung erscheint der Katalog:
    
Bernadette Lahmer 
Traum des Gärtners

    Hsg.: Galerie Renate Kammer, Bernadette Lahmer

    Texte: Ingmar Lähnemann, Hanne Zech

    Verlag: seltmann+söhne, Hamburg 2015
18,- Euro

  • 11.09.2015—10.10.2015
    Jan Köhnholdt
    OPEN SPACE

    Alles begann mit der Beobachtung "flüchtiger Realitäten" im Widerschein des Isebek-Kanals in Hamburg. Die Brechung und Auflösung des Spiegelbildes durch die Wellenbewegung des Wassers brachte alles in Fluss. Nichts ist starr und fest, der Zustand zwischen Sein und Schein ein ungewisser. Köhnholdts Malerei ist Reflexion im doppelten Wortsinn. Der Augenreiz der äußeren Realität verbindet sich mit der Wahrnehmung der gedanklichen und emotionalen, also inneren Realität zu einem neuen Bild. Sein forschender Blick ist fasziniert von optisch kuriosen oder inhaltlich berührenden Momentaufnahmen. Oft sind Fotografien oder Zeitungsausschnitte die Grundlage seiner großformatigen Acryl- und Ölgemälde, in denen er das Gesehene in Farbe und Form transformiert. Farbstiftstudien probieren den Bildentwurf, doch auf der Leinwand entwickelt sich ein bildeigener Kosmos. Zur vagen Dingbeschreibung treten freie Linien und ein expressives Kolorit. In der bunten Kunstwelt des Jan Köhnholdt scheint alles leicht und locker, durchaus auch dramatisch, aber immer bewegt. Im Flow der Malerei öffnet der Künstler die materialen Grenzen seiner Motive für unsere Phantasie. Das Bild der Realität kehrt befreit als Möglichkeit zu uns zurück.

    Dagmar Lott-Reschke,
    Kunsthistorikerin

  • 06.08.2015—05.09.2015
    Doris Cordes-Vollert, Susann Becker, Sergio Taborda, Maria Lino
    Eine steinige Geschichte der Zeichnung

    Annäherungen an das Staunen über eine steinige Landschaft

    Zeichnungen und Fotographien in der Galerie Renate Kammer vom ... August bis... September 2015

    In besonders fremdartigem Terrain stellt sich noch immer die zentrale Frage des WIE.
    Zum Beispiel WIE diese vier: Maria Lino und Sérgio Taborda aus Portugal und Doris Cordes-Vollert und Susann Becker aus Deutschland sich haben nachhaltig beeindrucken lassen von der Umgebung des internationalen Kulturpunkts Temos Tempo (Wir nehmen uns Zeit ) in Feital, Portugal.
    An diesem besonderen Ort, an dem man sich Zeit nehmen muss, ist das besondere Experiment, neue Blickwinkel zu finden. Zeit, sich neue Blickwinkel zu erarbeiten.

    Alle vier erleben und beziehen sich auf den kargen, steinigen Alto do Feital nördlich der Serra d´Estrela in Portugal. Dieser archaische Raum ist fern jeder Idylle und doch traumhaft. Immer wieder von lebenvernichtenden Feuersbränden überrollt, haben in dieser Landschaft die Granitbrocken das Gewicht, das ihnen zukommt.

    Wenn der Standort der vier auch der gleiche scheint, variieren sie doch bei der Suche nach dem Begreifen, dem Erfassenwollen dieses ganz spezifischen Landschaftsraumes. Ob als Photographie, als Wort, Linie oder Fläche, das besondere an einem Symposium, das alle vier zusammen geführt hatte, ist ja, dass alles auch in Gesprächen durchforscht und befragt wird. Im Unbekannten, im Stolpern über Steine oder sprachliche Missverständnisse, im Reiben an fremden Arbeitsweisen wird durch irritierende Kontakte auch die eigene begrenzte Wahrnehmung spürbar. Ein Symposium, besonders in dieser Landschaft, ist ein Prozess, der nachhaltig wirkt.

    Maria Lino zeichnet mit großzügigen, kraftvollen Pinselschwüngen winzige Insekten und Früchte ihrer Umgebung. Sérgio Taborda bannt grelle Schattenformen mit Graphit und Kohle. Doris Cordes-Vollert spürt der eigenartigen Leichtigkeit der rundgeschliffenen, auf ihren Schatten schwebenden Felsen in Buchobjekten und Zeichnungen nach und Susann Becker fotografiert die zeitlich wandernden Lichträume der Steine und begleitet Ziegenherden zeichnend, angeregt durch die 30 000 Jahre alten Felsritzungen des nahen Foz Coa.
    Alle Exponate wiederspiegeln jenes notwendige Staunen über die neue Erfahrung in diesem besonderen Landschaftsraum, in dem das Große und Weite sich mit den Vibrationen des kleinen Feinen verbindet, und reale und virtuelle Wahrnehmungen zur Synthese gebracht werden.

     

  • 25.06.2015—25.07.2015
    Renée Pötzscher
    NIght and Day

    Die experimentellen Arbeiten von Renée Pötzscher haben ihren Ausgangspunkt in der Dunkelkammer. „Im Unterschied zu dem scharfkantig-präzisen Stil der Klassiker Ray-Nagy-Schad, arbeitet Pötzscher mit weichen Übergängen“, schreibt Ortrud Westheider in dem Katalog „Lumina Luna“. In ihren Lumino -und Photogrammen konzentriert sie sich auf eine einzige, meist runde oder ovale Form.“ Diese abstrakten Formen können als „kosmische Lichtquelle wahrgenommen“ werden. „Auf diese Weise überführt sie den mit dem photographischen Experiment assoziierten Technokult in einen neuen Mystizismus.“ Die analogen Photographien und Photogramme, thematisieren ihr eigenes Abbild. Die filmisch anmutenden Vorgänge werden zur Interaktion im Dialog - Bewegung und Überlagerung. Das Thema ist Präsenz und Auflösung - Abwesenheit und Anwesenheit. Ebenso wie Tageslicht, generiert sie das Mondlicht.Renée Pötzscher schafft eindringliche Metaphern für die Nacht als Sphäre von Erotik, Schlaf und Traum.“

    http://www.renee-poetzscher.de

  • 05.06.2015—21.06.2015
    beierlegoerlich
    METAMORPHOSEN AM MÜNZPLATZ III - Verweile doch!

    Eine Foto-Installation über die Transformation des Schusterbauernhauses von 1780 in München-Riem von beierlegoerlich; Architektur: Peter Haimerl

    In Riem baut der Münchner Architekt Peter Haimerl für Stefan Höglmayer das Schusterbauernhaus von 1780 um und implantiert dorthinein einen Betonkubus, in dem und um den herum sich das moderne Leben gegenwärtiger Bewohner abspielen wird.

    Im Schusterbauernhaus begegnet eine schwarze Frau dem neuen Besitzer Stefan Höglmayer. Gemeinsam zeigen sie, was sie anhand von Chroniken wissen und was seit 1780 passiert sein könnte, wie die Schusterbauern lebten, tanzten, trauerten und ihr Hab und Gut verkauften. Jutta Görlich und Edward Beierle begleiteten fotografisch die Baustellenphase und zeigen die Transformation des Gebäudes von einer Ruine in einen funktionalen Wohnbau und verknüpfen dies mit Geschichten von den Schusterbauern aus alten Chroniken.

    Gleichzeitig wenden sie sich fragend an das Haus:

    Sind wir selber schuld, wenn der Boden nicht fest ist?

    Will das Haus einen anderen Bewohner?

    Will die Wand meine Blumen nicht?

    Wachsen einem die Steine über den Kopf, je mehr man sich streckt?

     

    Zitate aus der Kunstgeschichte andeutend, lässt die schwarze Frau die Festigkeit der Vergangenheit kurzzeitig wieder auferstehen und trägt diese nun mithilfe der Fotografie in die Gegenwart. Zeiten und Bildwelten stehen für einen kurzen Augenblick parallel nebeneinander und verdichten sich im fotografischen Moment.

     

    Edward Beierle und Jutta Görlich arbeiten schon lange zusammen, genau seit dem Unterfangen, das Leben der alten Bäuerin Cilli Sigl, in dem von Peter Haimerl revitalisierten Bauerhaus „Birg mich, Cilli!“ nachzuempfinden. Seitdem gibt es die schwarzgekleidete Frau, die immer wieder an verlorenen Orten auftaucht, vor dem Abriss eines Hauses, vor einem Umbau oder wenn sich ein ganzes Dorf verwandelt. In alten menschlichen Behausungen schwingt die Haltung vorheriger Bewohner mit. Deren Leben war innerhalb der einen großen christlichen Erzählung im Jahreszeitenlauf stabil und der Mensch war gesichert im strikten Ablauf der Zeit und der Rituale. Edward Beierle und Jutta Görlich unternehmen den Versuch, diese vergangene Konzentration und Sicherheit in die flirrende Gegenwart zu transportieren.

     

    Peter Haimerl, geb. 1961 in Eben bei Vietach studierte an der FH München Architektur. Nach dem Diplomabschluss im Jahr 1987 Mitarbeiter bei Günther Domenig Wien/Graz, Raimund Abraham Wien/New York und bei Klaus Kada Graz/Leibnitz) eter Haimerl Architektur ist ein auf Architektur und städtische Themen spezialisiertes Büro. Im städtischen Projekt ZOOMTOWN erforscht er mit anderenen Architekten, wie Stadtplanung und innovative Ideen Städte und Häuser effizienter und produktiver machen können. Bekannt wurde er durch den Weiterbau zahlreicher alter Häuser auf dem Land in Bayern. Das vielfach publizierte Projekt „Cilli“, ein umgebautes Bauernhaus im Bayerwald, erhielt 2008 den Architekturpreis Beton und 2009 den „Best Architects Award“. Aktuelles Projekt ist ein Konzerthaus für 200 Besucher im bayrischen Blaibach, mit der Wirkung eines Meteoriten, der auf dem Dorfplatz eingeschlagen ist.

     

    Jutta Görlich, geb. 1971 in Straubing studierte Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität München, danach Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Horst Sauerbruch _ Sie ist Teil des Büros Peter Haimerl und arbeitete bei „Cocobello“, bei „Birg mich, Cilli!“, beim „Penzkoferhaus Viechtach“, beim „Bürgerhaus in Blaibach“ und beim „Konzerthaus Blaibach“ mit. Jutta Görlich ist Kunstpädagogin und bildet als Seminarlehrerin für Kunst am Wittelsbacher Gymnasium in München junge LehrerInnen aus.

     

    Edward Beierle, geb. 1968 in München, ist seit 1995 als freier Fotodesigner mit den Schwerpunkten Portrait, Bildjournalismus, People und Landschaft international für Magazine und Agenturen tätig. Seine Ausbildung erfolgte an der staatlichen Fachakademie für Fotodesign in München. Als bildender Künstler ist er u. A. Mitglied der Künstlergruppe “Jeansgruppe”, “atelierheld” und arbeitet, neben eigenen Projekten, projektbezogen mit verschiedenen Künstlern und Gruppen in den Bereichen Foto-/Videokunst und Performance zusammen.

     

    Im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2015

     

    / info@beierlegoerlich.com

  • 21.05.2015—31.05.2015
    Die Miniaturen-Sammlung Christian Weisker, Hannover
    METAMORPHOSEN AM MÜNZPLATZ II - Souvenirs der Sehnsucht

    Der gelernte Kunsthistoriker Christian Weisker aus Hannover sammelt seit vielen Jahren Bauwerke in Miniaturform - so wie wir sie selbst von Rio, New York, Neuschwanstein, Rom oder Tokio gern als triviales Kunsthandwerk für die Lieben daheim von unseren Reisen mitbringen. Sie sind die Landmarken der Erinnerung für die Brieftasche und für wenige Euro, Dollar oder Rubel erschwinglich. Die Galerie wird in einen „Allerwelts“-Kiosk mit Souvenirs aus aller Welt der Sparte Bauwerke, Landmarken und Co. verwandelt: das ist die Metamorphose II am Münzplatz. 

    Anthea Danter (Szenografie) und Dirk Meyhöfer (Konzept) bauen einen Sehnsuchtsort auf, d.h. einen Kiosk der Landmarken, den es nirgendswo auf dieser Welt gibt: mit Miniaturlandschaften aus aller Welt, an einem Ort. In der Zusammenstellung und Komposition dieser Ausstellung wird deutlich, wie sie zu kollektiven Erinnerungsbausteinen unserer Architekturkulturwelten geworden sind. Zur Metamorphose des Raumes gehören ein Kiosk mit über 200 Miniaturen und mehrere Installationen.

    Mit der Deutschlandreise wird gezeigt, was der amerikanische, chinesische und australische Tourist davon mit nach Hause nehmen kann. Der Zug der Zeit transportiert die Baugeschichte durch die Zeit und die Galerie. Mr. Gorbatschow – Open these Gates! zeigt eine Berliner Mauer, die nur aus Toren besteht. Die Weltstadt Hamburg hat nicht nur den Michel und die Elbphilharmonie, sondern gleich ein Dutzend Landmarken aus aller Welt zu bieten! In der  Schachbrettstadt  setzen sich Skyscraper einander matt. Wie sieht ein Straßendorf aus, das nur aus Kathedralen besteht, wie ein Dorfrundling aus ausschließlich Kuppelbauten?

    Der besondere Beitrag zum Gebrauchsdesign: Souvenir follows function. Triviale Sehnsuchtsverarbeitung die Bauwerke der Welt als Thermoflasche, Christbaumschmuck Eierbecher und Helfer im Haushalt. Der Allerwelt-Kiosk zeigt außerdem Funktürme, Kölner und andere Dome, Wolkenkratzer  Eifeltürme, Schlösser, Rathäuser, Baukästen und vieles mehr.

     

  • 30.04.2015—17.05.2015
    Architekten Knerer Lang mit Fotografen Oria Connolly und Jens Weber
    METAMORPHOSEN AM MÜNZPLATZ I - Olympia reused

    Der Begriff der Metamorphose beschreibt Formen des Wandels, der Veränderung und der Anpassung an Bedingungen. Im Rahmen des Architektursommers 2015 fasst er drei unterschiedliche Ausstellungen, welche alle eines gemeinsam haben: sie führen uns die verschiedenen Erscheinungsweisen von Gebäuden vor, zeigen die Möglichkeiten auf, welche in ein und demselben Ort liegen. 

    Thomas Knerer und Eva Maria Lang zeigen die Transformationen des Studentischen Wohnhochhauses im Olympischen Dorf in München von 1972. „Architektonische Portraits“ von Orla Connolly und Jens Weber  geben einen intimen Einblick in manche der 800 identischen Appartements - jedes eine individuelle Metamorphose.

     

  • 29.03.2015—25.04.2015
    KLAUS KRÖGER
    RADIKAL WIDERSTÄNDIG

    Der Künstler Klaus Kröger, 1920 in Berlin geboren, hat unverwechselbare Werke gemalt: Schwarze Flächen, reduzierte Farben, rot, gelb und weiß, Wörter, auch Ziffern, Graffiti ähnlich. Selten wurde eine eigene nihilistische Weltansicht in der künstlerischen Gestaltung und Komposition so unverkennbar ausgedrückt wie von Klaus Kröger. 2010 ist er in Hamburg gestorben. In Zusammenarbeit mit dem Forum für Künstlernachlässe e.V. erinnert die Galerie Renate Kammer an den Maler, der seiner Zeit weit voraus gewesen ist. 

     

    Schon 1964 auf der documenta III haben die Werke Klaus Krögers große Aufmerksamkeit bekommen. Unterstützung erhielt er von den Direktoren der Hamburger Kunsthalle: Alfred Hentzen, Werner Hofmann und Uwe M. Schneede. In deren Amtsperioden gelangten zehn Werke in den Besitz der Hamburger Kunsthalle. 

    Seine Einstellung zur Welt hat Klaus Kröger in seinem künstlerischen Werk sowohl thematisch als auch formal konsequent umgesetzt. In ihnen zeigen sich seine Zweifel an der Welt, an der Kunst, am Menschen und am Ich. Oft sind sie als „Wutbilder“ bezeichnet worden.

     Seine Arbeitsweise ist ebenso durchdacht wie spontan gewesen. Im Atelier hatte er sich sein Arbeitsmaterial zurechtgelegt, sich auf einen Stuhl gesetzt, hochkonzentriert, mitunter viele Stunden lang, ehe er plötzlich aufstand und in großer Geschwindigkeit Leinwand oder Papier mit Pinsel und Werkzeug bearbeitete, sie zerstörte, zerriss oder zusammennähte. Auch ausrangierte Theaterböden, die an sich schon geschunden waren, hat er als Grundlage für seine Bilder genutzt.

    Seine Datumsangaben sind frei erdacht, geben den Entstehungstag eines Bildes wieder oder ein Geburtsjahr (z.b. von Brahms). Seine Köpfe löscht er durch Übermalen oder Durchstreichen aus, Wörter und Sätze wirken wie eine Headline oder Schlagzeile, der Betrachter liest z.B. ein durch große Buchstaben hervorgehobenes „Ich“, ein „So nicht“ oder ein „Kröger malt für Deutschland“. Das Auslöschen, die mehr oder minder gute Lesbarkeit gehören zum Gestaltungs- und Tilgungsprozess Krögers. In seinen Bildern dominiert schwarz, die Schrift ersetzt die Linie und bildet einen Kontrast zur Fläche. Reduzierte Farben, das Fließen und Setzen farbiger Partien ins Schwarz und wiederkehrende Motive sind Teil seiner Formensprache.

    Die Ausstellung „Klaus Kröger. Radikal widerständig“ wird am 29. März 2015 eröffnet und endet am 26. April 2015. Die Ausstellung wird von dem Forum für Künstlernachlässe e.V. und der Galerie Renate Kammer organisiert. 

     

    ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG AM 29. MÄRZ 2015 ERSCHEINT:

    Klaus Kröger. Radikal widerständig, Katalog

    Autoren: Prof. Dr. Peter Bürger, Dr. Hanna Hohl, Ursula Meyer-Rogge, Dr. Roswitha Siewert, Prof. Dr. Friedhelm Döhl, Thomas Sello

    64 Seiten, Aufl. 500, 18,– Euro

    ISBN 978-3-944721-44-6

     

  • 01.03.2015—21.03.2015
    Boyong Kim – Soo Kyoung Lee – So-Ah YiM
    3 POSITIONS IN PAINTING

    Die Arbeiten der drei koreanischen Künstlerinnen Boyong Kim, Soo Kyoung Lee und So-Ah Yim haben eines gemeinsam - in allen geht es um die Farbe in ihrer Autonomie. Die Künstlerinnen entdecken, erforschen und ordnen die verschiedenen Harmonien, untersuchen die Wechselwirkungen und schaffen Farbräume, die dem Betrachter unerforschte Universen eröffnen.

    In ihrer Kombination führen die Werke der Künstlerinnen vor Augen, wie vielfältig die reine Farbe sein kann und dass die abstrakte Malerei auch heute, gut ein Jahrhundert nach Kasimir Malewitschs Schwarzem Quadrat auf weißem Grund, in ihrer Vielfalt weiterhin immer wieder aufs neue überraschen kann.